
Hier ist die ehrliche Antwort vorab: Du musst ein fertiges Malen nach Zahlen nicht zwingend lackieren. Ausgehärtetes Acryl ist von sich aus recht widerstandsfähig, und ein Bild hinter Glas braucht es möglicherweise nie.
Dennoch macht sich ein klarer Acryllack bezahlt. Er schützt vor Staub, Kratzern und UV-Verblassung und vereinheitlicht einen ungleichmäßigen Glanz, sodass deine Farben so wirken, wie du sie gemalt hast. Das Vorgehen ist dabei einfach, wenn du lackierst. Warte, bis die Farbe vollständig ausgehärtet ist, und trage dann mit Pinsel oder Sprühdose zwei dünne, kreuzweise aufgetragene Schichten auf, mit vollständiger Trocknungszeit dazwischen. Im Folgenden erklären wir die Entscheidungsfindung, die verschiedenen Oberflächen und die Schritt-für-Schritt-Anleitung. Alles basiert auf unserer Arbeit mit Tausenden von Malern, damit du beim ersten Versuch ein sauberes Ergebnis erzielst. Einen umfassenden Überblick über das Finishing findest du in unserem Leitfaden zu professionellen Ergebnissen beim Malen nach Zahlen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Lackieren ist optional. Ausgehärtetes Acryl hält von sich aus stand, und ein gerahmtes Bild hinter Glas kann gänzlich darauf verzichten.
- Es lohnt sich zum Schutz. Ein UV-stabilisierter Polymerlack behielt nach 400 Stunden beschleunigter UVA-Bestrahlung 95 % seines ursprünglichen Glanzes, während ungeschützte Schichten schneller mattieren (Golden Artist Colors).
- Trage zwei dünne Schichten kreuzweise in entgegengesetzten Richtungen auf, mit vollständiger Trocknungszeit dazwischen.
- Warte auf die vollständige Aushärtung, bevor du beginnst. Dünne Schichten trocknen innerhalb weniger Tage, dicke Stellen können bis zu zwei Wochen benötigen.
- Wähle deinen Glanzgrad sorgfältig. Matt und Satin können dunkle Töne aufhellen, während Glanz am leuchtkräftigsten ist, aber unter Licht blenden kann.
Muss man ein Malen nach Zahlen überhaupt lackieren?
Das ist die eigentliche Frage, und wir beantworten sie, bevor wir zur Anleitung kommen. Kurz gesagt: Sobald Acryl vollständig ausgehärtet ist, ist die Schicht robust genug, um jahrelang ohne Decklack an der Wand zu hängen. Wenn dein Bild also direkt hinter Glas in einem lichtarmen Raum kommt, bringt Lackieren kaum einen Mehrwert.
Ein Lack ist ein klarer, abnehmbarer Decklack, der über die fertige Bemalung aufgetragen wird, um sie zu schützen und den Glanz anzupassen. Er ist nicht dasselbe wie das Bindemittel der Farbe selbst. Im Gegensatz dazu wird er vor allem dann wichtig, wenn das Bild exponiert ist. Ein abnehmbarer Lack gibt einem fertigen Acrylbild drei Vorteile: Er vereinheitlicht den Glanz in fleckigen Bereichen, vertieft die Farbsättigung und bildet eine Schutzbarriere gegen Staub und UV-Licht. So beeinflusst jede Überlegung die Entscheidung.
Wann du darauf verzichten kannst
Wenn das Gemälde hinter Glas hängen wird, blockiert die Verglasung bereits Staub und den größten Teil der UV-Strahlung. Ebenso bekommt ein Bild in einem dunklen Flur oder einem Gästezimmer kaum direkte Sonne, sodass das Verblassen langsam vonstattengeht. In diesen Fällen reicht eine sorgfältige Aushärtung, und du kannst es so rahmen, wie es ist. Wir sagen unseren Kunden, sie sollen kein Geld für einen Schritt ausgeben, den ihre Präsentation bereits abdeckt.
Wann es sich lohnt
Andererseits macht sich Lack bei allem bezahlt, was exponiert ist oder angefasst wird. Bilder in sonnigen Räumen verblassen zum Beispiel ohne UV-Schutz schneller. Ebenso sammeln unverglaste Leinwände Staub und gelegentliche Fingerabdrücke an. Und wenn deine Oberfläche fleckig geworden ist – mit manchen glänzenden und manchen matten Stellen – gleicht ein Lack das zu einem einheitlichen Glanz aus.
Was ein Lack tatsächlich bewirkt
Ein Lack erfüllt eigentlich drei Aufgaben. Erstens vereinheitlicht er den Glanz, sodass die gesamte Oberfläche das Licht gleichmäßig reflektiert, auch dort, wo einige Stellen glänzend und andere matt getrocknet sind. Zweitens vertieft er die Farbsättigung – ähnlich wie ein nasser Stein satter wirkt als ein trockener. Und schließlich bildet er eine abnehmbare Barriere, die den Staub- und UV-Belastungen standhält, sodass die darunter liegende Farbe es nicht muss. Diese Abnehmbarkeit ist entscheidend: Ein Lack kann gereinigt oder abgezogen und Jahre später neu aufgetragen werden, ohne das Gemälde zu beschädigen. Deshalb ist es nach unserer Erfahrung am klügsten, Lack in erster Linie als Schutz und erst in zweiter Linie als Optik zu betrachten. Die Glanzveränderung ist ein Bonus, aber der eigentliche Wert ist eine Opferschicht, die altert, anstatt deines Kunstwerks. Selbst ein Bild, das du heute liebst, profitiert also von einer Schicht, die morgen aufgefrischt werden kann.
Glanz, Matt oder Satin: Welche Oberfläche solltest du wählen?

Der Glanzgrad ist die Wahl, über die die meisten Maler am längsten nachdenken, und es geht hauptsächlich darum, wie das Bild beleuchtet und präsentiert wird. Glanz ist am leuchtkräftigsten und lässt Metalltöne aufleuchten, reflektiert aber Licht und kann blenden. Matt hingegen verleiht einen weichen, nicht reflektierenden Look, kann aber helle Farben dämpfen und dunkle Töne aufhellen. Satin liegt dazwischen und ist für die alltägliche Präsentation am verzeihlichsten.
Hier ist ein technischer Hinweis, der sich lohnt. Matt- und Satinoberflächen enthalten ein Mattierungsmittel, das Licht streut und deine dunkelsten Partien sichtbar aufhellen kann (Golden Artist Colors). Wenn tiefe Schatten deine Komposition tragen, ist das also ein echter Kompromiss. Um es anschaulich zu machen, hier ein Vergleich der drei Optionen auf einen Blick.
| Oberfläche | Aussehen | Farbwirkung | Blendung | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Glanz | Glänzend, nass wirkend | Am leuchtkräftigsten; Metalltöne kommen zur Geltung | Hoch (reflektiert Raumbeleuchtung) | Kräftige, farbenfrohe Bilder abseits direkter Beleuchtung |
| Satin | Weiches Halbglanz | Leichte Aufhellung; meist farbtreu | Gering bis moderat | Alltägliche Präsentation; die sichere Standardwahl |
| Matt | Flach, nicht reflektierend | Kann Helles dämpfen und Dunkles aufhellen | Minimal | Sonnige Räume oder Bilder in Fensternähe |
In der Praxis ist ein gängiger Ansatz erfahrener Maler das Schichten, um das Beste aus beiden Welten zu holen. Konkret tragen sie zunächst eine Glanzschicht auf, um die Sättigung einzuschließen, und beenden es dann mit einer Matt- oder Satinschicht, um den Blendeffekt zu zähmen. So behältst du die satten Farben und verlierst das spiegelartige Reflexionsvermögen.
Wie lackiert man Schritt für Schritt – Pinsel oder Spray?

Beide Methoden funktionieren; sie passen einfach zu unterschiedlichen Vorlieben. Ein Pinsel-Lack hinterlässt einen dickeren, kontrollierbaren Film und kostet weniger pro Bild. Ein Spray hingegen vermeidet Pinselspuren gänzlich und ist schneller, was ihn für Anfänger freundlicher macht. Ganz gleich, welche Methode du wählst, Vorbereitung und Timing bleiben dieselben.
Erst aushärten und vorbereiten
Geduld hier rettet die gesamte Arbeit. Warte konkret, bis die Farbe vollständig trocken ist, bevor du lackierst – das bedeutet Tage, nicht Stunden, und für dicke Stellen bis zu etwa zwei Wochen. Wenn deine Leinwand nicht flach ist, glätte sie vor dem Versiegeln mithilfe unserer Anleitung zum Glätten einer gewellten Leinwand. Wische dann die Oberfläche mit einem fusselfreien Tuch ab und richte einen gut belüfteten, staubfreien Arbeitsplatz ein.
Einen für Acryl geeigneten Lack wählen
Verwende ein klares, nicht vergilbendes Produkt, das für Acrylfarbe formuliert ist. Künstlerische Produktlinien von Golden und Winsor & Newton sind zum Beispiel zuverlässig. Außerdem benötigst du einen weichen, breiten Flachpinsel oder einen Schaumstoffpinsel aus unserer Zubehör-Kollektion. Für Pinsel-Upgrades schau dir unseren Top-Tools-Leitfaden an.
Methode mit Pinsel
Lade zunächst einen sauberen, weichen Pinsel mit einer dünnen Menge Lack. Trage ihn dann nur in einer Richtung auf – zum Beispiel alles horizontal – mit leichten, gleichmäßigen Strichen. Wichtig: Gehe nicht über einen Bereich zurück, der bereits beginnt abzubinden, denn das Ziehen des Harzes hinterlässt Streifen. Bedecke die gesamte Oberfläche einmal, dann aufhören.
Methode mit Spray
Schüttle die Dose sanft, halte sie dann 25–30 cm von der Leinwand entfernt. Bewege sie dann in einem leichten, schwingenden Nebel hin und her, anstatt eine Stelle zu durchtränken. Trage unbedingt 2–3 leichte Schichten auf, anstatt einen schweren, tropfenden Durchgang zu machen, und lasse jede Schicht trocknen, bevor die nächste kommt.
Zweite Schicht und abschließende Aushärtung
Trage die zweite Schicht kreuzweise in der entgegengesetzten Richtung auf – vertikal, wenn der erste Durchgang horizontal war – für eine gleichmäßige Abdeckung. Achte dabei auf ausreichende Trocknungszeit zwischen den Schichten; Golden empfiehlt etwa 3–6 Stunden, und manche Lacke erfordern bis zu 24 Stunden. Lass das Bild abschließend mindestens 24 Stunden flach aushärten und gib ihm mehrere Tage, bevor du es transportierst oder rahmst.
Braucht man UV-Schutz für einen sonnigen Raum?
Wenn dein fertiges Bild dort hängen soll, wo direktes Sonnenlicht darauf fällt, lautet die Antwort: ja. Sonnenlicht ist schließlich der schnellste Weg, flüchtige Pigmente zu verblassen, und ein UV-stabilisierender Lack verlangsamt das messbar. Golden's UVLS-Polymerlack ist zum Beispiel genau aus diesem Grund auf Basis von Ultraviolett-Licht-Stabilisatoren aufgebaut (Golden Artist Colors).
Für Spray-Fans funktioniert eine UV-beständige Klarbeschichtung indessen genauso. Krylons UV-beständiger Klarlack ist zum Beispiel nicht vergilbend und schützt vor Sonne und Feuchtigkeitsschäden (Krylon). Der entscheidende Schritt ist daher, das Etikett zu lesen und sicherzustellen, dass UV-Schutz aufgeführt ist, denn nicht jeder Klarlack bietet ihn.
Hier ist ein Vorbehalt, den Maler oft übersehen. Ein beliebtes Bastelversiegelungsmittel wie Mod Podge ist kein UV-Lack. Es versiegelt und schützt vor Berührungen, schützt aber nicht allein vor Verblassen. Für sonnige Präsentationen paarst du es daher entweder mit einem UV-geprüften Decklack oder wählst von Anfang an einen dedizierten UV-Lack.
Was sind die häufigsten Fehler beim Lackieren?
Nach unserer Erfahrung lassen sich fast alle Schreckensgeschichten beim Lackieren auf eine von vier Gewohnheiten zurückführen. Hier ist, was du vermeiden solltest, und die einfache Lösung für jeden Fall.
- Zu früh auftragen. Das Lackieren von nicht ausgehärteter Farbe schließt Feuchtigkeit unter der Schicht ein, was zu Trübungen oder einem milchigen Schleier führen kann. Warte stattdessen auf eine vollständige Aushärtung, auch wenn sich die Oberfläche trocken anfühlt.
- Eine trocknende Stelle überarbeiten. Über eine halb abgebundene Stelle zu gehen, zieht das Harz und hinterlässt Streifen. Trage daher jede Schicht nur einmal auf und gehe weiter.
- Blasen oder Trübungen. Dies entsteht durch zu starkes Bürsten, Schütteln der Flasche oder zu dicke Schichten. Halte die Schichten also dünn und rühre sanft, anstatt zu schütteln.
- Den Test überspringen. Ein üblicher Ansatz ist, den Lack zuerst auf einem Reststück oder einer unauffälligen Ecke zu testen, sodass du Glanz und Verhalten siehst, bevor du das gesamte Bild riskierst.
Wie wir ein sauberes Finish erleichtern
Ein gutes Finish beginnt weit vor dem Lackauftrag. Aus diesem Grund werden unsere Malen nach Zahlen Sets mit hochwertigen Materialien und hochdeckender Farbe auf knitterfreier Leinwand geliefert, damit die Oberfläche gleichmäßig und flach aushärtet. Der Lack hat so eine glatte, einheitliche Grundlage, auf der er aufliegen kann.
Wenn du bereit bist zu versiegeln, kannst du mit unserem eigenen Acryllack für eine glänzende, farbenprächtige Schicht abschließen, oder mit unserem Acrylversiegler für alltäglichen Schutz. Beide sind speziell auf unsere Acrylfarben abgestimmt. Sobald das Finish ausgehärtet ist, entscheide, wie du es präsentieren möchtest. Unser Leitfaden zu gerollter vs. gespannter Leinwand behandelt Rahmung und Montage nach dem Versiegeln. Mehr über uns und wie wir jedes Malen nach Zahlen Set herstellen, erfährst du auf unserer Über-uns-Seite.
Geprüft vom Davincified-Redaktionsteam. Hast du ein Bild versiegelt und ein Problem, das wir nicht behandelt haben? Kontaktiere uns – wir aktualisieren diesen Leitfaden laufend, wenn neue Fragen zum Finishing von Malern eingehen.
Häufig gestellte Fragen
Nein, Lackieren ist optional. Vollständig ausgehärtetes Acryl ist von sich aus widerstandsfähig, und ein Bild hinter Glas kann darauf verzichten. Ein Lack bietet hauptsächlich dann einen Mehrwert, wenn du einen einheitlichen Glanz, sattere Farben und eine Staub- oder UV-Barriere auf einer exponierten Leinwand möchtest. Kurz gesagt: Es lohnt sich zum Schutz, nicht aus Verpflichtung.
Warte, bis die Farbe vollständig ausgehärtet ist – nicht nur oberflächlich trocken. Dünne Schichten sind innerhalb weniger Tage bereit, aber dicke Stellen können bis zu zwei Wochen benötigen. Zu frühes Lackieren schließt Feuchtigkeit unter der Schicht ein und kann das Finish trüben – sei also lieber zu geduldig als zu ungeduldig.
Glanz ist am leuchtkräftigsten und lässt Farben aufleuchten, reflektiert aber Licht und kann blenden. Matt ist weich und nicht reflektierend, kann aber durch sein Mattierungsmittel dunkle Töne aufhellen (Golden Artist Colors). Satin teilt den Unterschied und ist die verzeihlichste Standardwahl für die Präsentation.
Verwende einen weichen, breiten Pinsel und trage eine dünne Schicht nur in einer Richtung auf. Gehe nicht über einen Bereich zurück, der bereits begonnen hat abzubinden, denn das Überarbeiten von trocknungsem Lack zieht das Harz zu Streifen. Trage die zweite Schicht kreuzweise in der entgegengesetzten Richtung auf und halte beide Schichten dünn.
Nicht allein. Ein Bastelversiegelungsmittel wie Mod Podge schützt vor Staub und Berührungen, ist aber kein UV-Lack und verhindert daher kein Verblassen durch Sonnenlicht. Für einen sonnigen Raum verwendest du entweder eine UV-geprüfte Klarbeschichtung, die nicht vergilbt und vor Verblassen schützt (Krylon), oder kombinierst den Versiegler damit.




